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Petra Kolmorgen, Betreuerin Angela Herwig, Thomas Schwarzer und Christa Menge (von links) genießen die gute Hausgemeinschaft am Brauplatz Foto: Claudia Lieberknecht

Petra Kolmorgen, Betreuerin Angela Herwig, Thomas Schwarzer und Christa Menge (von links) genießen die gute Hausgemeinschaft am Brauplatz Foto: Claudia Lieberknecht

Wohnen in Gemeinschaft

Zehn Jahre Haus am Brauplatz in Kaufungen

Seit zehn Jahren ist das Haus am Brauplatz in Kaufungen ein Zuhause für Menschen mit Behinderung. Petra Kolmorgen, Christa Menge und Thomas Schwarzer leben bereits seit der Einweihung des Hauses, einer Einrichtung der bdks – Baunataler Diakonie Kassel, hier. In dieser Zeit ist eine gute Hausgemeinschaft entstanden. Die Bewohnerinnen und Bewohner kochen, essen und feiern oft miteinander. Auch stehen abwechslungsreiche Freizeitangebote nach Feierabend oder am Wochenende auf dem Programm.

Petra Kolmorgen arbeitet tagsüber in den Baunataler Werkstätten. Christa Menge und Thomas Schwarzer waren früher ebenfalls dort tätig. Inzwischen genießen sie gemeinsam ihren Ruhestand. Seit Kurzem besuchen sie an den Wochentagen die Tagesgruppe im amos, einer Begegnungsstätte für Menschen mit und ohne Behinderung in der Kasseler Innenstadt. Auch andere Bewohnerinnen und Bewohner sind individuell im Ort unterwegs. Sie pflegen ihre Hobbys, besuchen beispielsweise Musikunterricht oder nehmen Termine bei örtlichen Therapieangeboten wahr.

Gemeinsam im Alltag

Am Wochenende wird oft gemeinsam gekocht. Die Aufgaben teilen sich die Bewohnerinnen und Bewohner: Einkaufen, vorbereiten und zusammen kochen. „Wir überlegen immer zusammen, was wir essen möchten, berichtet Christa Menge. „Dabei achten wir darauf, dass es eine gute Abwechslung bei den Gerichten gibt.“ Zu besonderen Anlässen wie Geburtstagen oder Feiertagen, gehen die Bewohnerinnen und Bewohner gerne in den ansässigen Restaurants essen. Besonders beliebt sind Schnitzel, berichtet Thomas Schwarzer. „Gerne mit knusprigen Bratkartoffeln!“ Petra Kolmorgen isst lieber einen frischen Salat. Beim Dessert sind sich wieder alle einig: „Nachtisch muss sein!“

Aktive Freizeitgestaltung nach individuellen Wünschen

In der Freizeit und am Wochenende gehen die Gruppen gerne spazieren oder machen Ausflüge. Ein Höhepunkt ist der wöchentliche Rehasport, der vom SV Kaufungen 07 mit großem Engagement angeboten wird. Dabei machen fast alle mit und haben zusammen viel Spaß. Zweimal im Jahr wird ein „Urlaub ohne Koffer“ organisiert. Auf dem Programm stehen Besuche im Zoo Hannover oder im Schwimmbad, Kinoabende, Wandern oder gemeinsames Kaffeetrinken im Ort.

Unabhängig von den gemeinsamen Aktivitäten sind die Bewohnerinnen und Bewohner oft selbstständig im Ort unterwegs. Kleinere Einkäufe erledigen sie im benachbarten Bioladen, für größere Besorgungen geht es mit dem Auto in den Supermarkt.

Auch das Verhältnis zu der Nachbarschaft am Brauplatz ist gut. Veranstaltungen wie den Herbst- oder den Feierabendmarkt auf dem Brauplatz besuchen die Bewohnerinnen und Bewohner sehr gerne.

Zusammenhalt in schwierigen Zeiten

Eine besondere Herausforderung war die Corona-Zeit. „Das war furchtbar und schlimm für alle“, erinnert sich Petra Kolmorgen. Angebote von den Werkstatt-Mitarbeitenden, etwa Kegeln im Flur oder kleinere Beschäftigungsangebote sorgten für Abwechslung. Vor allem der starke Zusammenhalt half dabei, die schwierige Zeit gemeinsam zu bewältigen.

Eine Feier zum Geburtstag

Zum zehnjährigen Bestehen der Einrichtung wird gemeinsam gefeiert. Angehörige, Freunde und Bekannte sind eingeladen, diesen besonderen Geburtstag mitzufeiern. Zehn Jahre Haus am Brauplatz stehen für eine Gemeinschaft, in der Zusammenhalt wichtig ist und zugleich jeder Mensch seinen eigenen Weg gehen und individuell gestalten kann.