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Theorie trifft Praxis: Ergotherapieschule Lippoldsberg zu Gast bei der bdks

Rallye durch die bdks

Wie sieht der Arbeitsalltag in den unterschiedlichen Bereichen der bdks aus? Welche Aufgaben übernehmen die Beschäftigten und wie gelingt ein professioneller und wertschätzender Umgang miteinander? Antworten auf diese Fragen erhielten die Schülerinnen und Schüler der Ergotherapieschule Lippoldsberg bei einer zweitägigen Exkursion nach Hofgeismar, mit vielen spannenden Einblicken und wertvollen praktischen Erfahrungen.

Zum Auftakt erkundeten die angehenden Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten bei einer interaktiven Rallye mit Storytelling verschiedene Einrichtungen der bdks. Vom JobCampus über die Tagesstätte und die Werkstatt am Erlenweg bis hin zum Hofgut mit Gärtnerei lernten sie die vielfältigen Arbeits- und Beschäftigungsmöglichkeiten der bdks kennen. Im JobCampus erhielten sie Einblicke, wie Menschen Schritt für Schritt auf ihren beruflichen Weg vorbereitet werden, von der individuellen Diagnostik über gezielte Förderangebote bis hin zu Praktika in den unterschiedlichen Arbeitsbereichen der bdks. An jeder Station standen Mitarbeitende für Fragen bereit und vermittelten anschaulich, wie individuell die Wege und Entwicklungsmöglichkeiten der Beschäftigten gestaltet werden.

Besonders beeindruckte die Vielfalt der Arbeitsbereiche. Auf dem Hofgut und in der Gärtnerei wurde schnell deutlich, mit wie viel Sorgfalt, Verantwortung und Freude die Beschäftigten Pflanzen kultivieren, Tiere versorgen und landwirtschaftliche Arbeiten übernehmen. Gleichzeitig bot der Besuch Gelegenheit, sich über die Bedeutung eines professionellen Nähe-Distanz-Verhältnisses sowie einer wertschätzenden Haltung im Arbeitsalltag auszutauschen.

Auch die Tagesstätte hinterließ einen bleibenden Eindruck. Die Schülerinnen und Schüler erlebten einen geschützten Ort, an dem Menschen mit psychischen Erkrankungen durch eine verlässliche Tagesstruktur, individuelle Förderung und vielfältige Angebote in ihrer sozialen Teilhabe unterstützt werden. Besonders die klientenzentrierte Arbeitsweise und die ruhige, wertschätzende Atmosphäre wurden von den Teilnehmenden hervorgehoben.

In der Werkstatt am Erlenweg standen vor allem die Begegnungen mit den Beschäftigten im Mittelpunkt. Viele kamen den Schülerinnen und Schülern offen und interessiert entgegen, erzählten von ihrer Arbeit und gaben persönliche Einblicke in ihren Arbeitsalltag. Diese unmittelbaren Begegnungen machten deutlich, wie wichtig Offenheit, Kommunikation und ein wertschätzender Umgang im gemeinsamen Arbeitsalltag sind.

Am zweiten Exkursionstag hieß es dann: selbst aktiv werden. Unter dem Motto „Theorie trifft Praxis“ konnten die Schülerinnen und Schüler erste Erfahrungen im direkten Kontakt mit den Beschäftigten sammeln, verschiedene Montagearbeiten kennenlernen und selbst ausprobieren. Dabei wurde schnell deutlich, wie unterschiedlich die motorischen und kognitiven Anforderungen der einzelnen Tätigkeiten sind.

Ein besonderes Highlight waren zwei selbst entwickelte Gruppenangebote. Mit einer Bewegungsgruppe sowie einer Entspannungseinheit mit Progressiver Muskelrelaxation konnten die angehenden Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten ihr theoretisches Wissen direkt anwenden und erste Erfahrungen in der Anleitung therapeutischer Gruppen sammeln. Beide Angebote wurden von den Beschäftigten mit großem Interesse angenommen und sorgten für viele gemeinsame Momente mit guter Stimmung.

Auch für die Schülerinnen und Schüler war der direkte Austausch besonders wertvoll. „Die meisten Klientinnen und Klienten waren sehr offen, haben uns motiviert und mit Freude von ihrer Arbeit erzählt“, berichtete eine Teilnehmerin. Eine andere zog am Ende der Exkursion ein rundum positives Fazit: „Der Tag war für uns sehr interessant und lehrreich. Wir konnten Unsicherheiten abbauen und fühlen uns nun gut auf die Praktika vorbereitet.“

Bei einer gemeinsamen Reflexion wurden die zahlreichen Eindrücke der beiden Tage noch einmal zusammengetragen. Die Exkursion zeigte eindrucksvoll, wie wertvoll die Verbindung von theoretischem Wissen und praktischer Erfahrung ist und wie bereichernd der Austausch zwischen den angehenden Ergotherapeutinnen und Ergotherapeuten und den Beschäftigten der bdks für beide Seiten sein kann.

Organisation und Durchführung: Juliane Ziegler & Katharina Müller